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Nachricht vom 26.03.19 | med.Logistica

Krankenhaus 4.0: Die Zukunft zu Gast

Digitalisierung & IT-Infrastruktur stehen im Zentrum der med.Logistica 2019

Die Digitalisierung logistischer Prozesse ist ein Schwerpunktthema in deutschen Krankenhäusern. Vom OP-Bereich über die Materialwirtschaft bis zu Bettenmanagement, Falldokumentation sowie einzelnen medizinischen Geräten – in vielen Kliniken arbeiten zahlreiche IT-Systeme parallel. Die intelligente Integration unterschiedlicher Technik-Generationen und IT-Systeme in eine einheitliche Plattform diskutiert die med.Logistica, Internationaler Kongress und Fachmesse für Logistik und Prozessmanagement im Krankenhaus am 5. und 6. Juni 2019 in Leipzig. Programmblöcke zu „Innovativen Zukunftslösungen“ sowie „Digitalisierung und IT-Infrastruktur“ legen ein besonderes Augenmerk auf die digitale Transformation des Prozessmanagements. Best-Practice-Beispiele unter anderem aus Dänemark, Deutschland und der Schweiz zeigen Wege zum Krankenhaus 4.0.

„Die Digitalisierung ist derzeit ein großes, vieldiskutiertes Thema in den Krankenhäusern. Die med.Logistica 2019 kann hier wesentliche Impulse geben, denn speziell bei der digitalen Umformung des gesamten logistischen Prozessmanagements besteht Nachholbedarf“, betont Thomas Bredehorn, stellvertretender Abteilungsleiter Health Care Logistics des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML. „An zahlreichen Kliniken herrscht große Unsicherheit über das bestmögliche Vorgehen: Veränderungen in kleinen Schritten oder ‚Big Bang’ lautet hier die Frage. Aktuell finden vor allem in Teilbereichen wie der OP-Logistik digitale Umwandlungsprozesse statt, denn hier kann durch Optimierung schnell viel Transparenz und damit Geld gewonnen werden.“

Vom Papier zum Scanner

Statt manuell geprägter Prozesse mit handgeführten Papierlisten gehe besonders in der Materialwirtschaft der Krankenhäuser der Weg über Barcode-basierte Scannersysteme hin zu einer automatisierten, IT-basierten Erfassung mit von Smart Devices unterstützten Prozessen, so Bredehorn. „Die Zukunft sind vollautomatisierte Echtzeit-Bestandsprüfungen und patientenindividuelle Verbrauchserfassung, gerade bei hochpreisigen Medikamenten oder Medikalprodukten.“ Niemand müsse dann noch an die Schränke treten und Artikel zählen: „Im Bereich der extrem teuren Implantate gibt es solche Digitalbestell- und zugleich Dokumentationssysteme schon, weil sie weniger fehleranfällig sind als das ‚Durchzählen’. Außerdem lassen sich die gesetzlich geforderten Nachweise sowie die Nachverfolgbarkeit und Analysen – wann wer das Produkt entnommen hat, wem es implantiert wurde – einfacher realisieren“, erklärt Bredehorn.

Alle mitnehmen im Veränderungsprozess

Das Fraunhofer IML beleuchtet auf der med.Logistica das „Nutzenversprechen des Krankenhauses 4.0“. Noch sei es schwierig, Effizienzsteigerung durch Digitalisierungsprozesse mit Zahlen zu unterlegen, beobachtet Bredehorn. Es sei die Aufgabe der Anbieter, entsprechende Nachweise anhand belastbarer Daten zu liefern. „Andererseits müssen sich alle Beteiligten im Krankenhaus für die Digitalisierung öffnen und mit in die Projekte eingebunden werden, von der Geschäftsführung über die Ärzteschaft bis zum Pflegepersonal. Sonst wird man scheitern“, unterstreicht er.

Weitere Herausforderung: „Bisher arbeiten zahlreiche IT-Systeme in einem Krankenhaus teilweise parallel. Das sinnvolle Zusammenführen der verschiedenen IT-Systeme – zum Beispiel über einen Integrationsserver im Sinne eines ‚Cockpit-Gedankens’ – gehört zu den anstehenden Aufgaben. Die Anbieter von Krankenhaus-Informations-Systemen (KIS) müssen die entsprechenden Schnittstellen bereitstellen und öffnen.“ Zusätzlich gehe es darum, sektorübergreifend medizinische Patientendaten wie Diagnosen des Hausarztes, MRT-Aufnahmen vom Radiologen bis zu Vitaldaten auf dem Smartphone verfügbarer zu machen. „In anderen Ländern ist bereits ein Blue-Button-System realisiert, bei dem alle gespeicherten Patientendaten auf Knopfdruck an den Patienten übertragen werden können.“

Ideen für die digitale Zukunft im Krankenhaus entwickeln

Die med.Logistica biete eine wichtige Plattform, um anhand konkreter Anwendungen Erfahrungen auszutauschen und neue Ideen zu entwickeln, so Bredehorn. Das Fraunhofer IML werde gemeinsam mit der Krankenhausgesellschaft Sachsen im Kongress Digitalisierungsprojekte unter die Lupe nehmen. In der Ausstellung werde man unter anderem ein digitales Bettenmanagement sowie einen Bestellbutton präsentieren, womit sich Produkte auf Knopfdruck nachordern lassen.

Der Extra-Programmblock zu innovativen Zukunftslösungen, Digitalisierung und IT-Infrastruktur der med.Logistica stellt darüber hinaus erstmals fünf aktuelle Digitalisierungsprojekte in der Gesundheitswirtschaft vor. In Kooperation mit der ENTSCHEIDERFABRIK – einem Inkubator für entsprechende Digitalisierungsvorhaben – reicht das Spektrum der Vorträge von der Patienten-Überleitung der nächsten Generation per „Fallakte Plus“ bis zu computerinterpretierbaren Leitlinien und virtuellen Videokonferenzen. Des Weiteren werden im Kongress Best-Practice-Beispiele analysiert, darunter aus dem Klinikum Essen, KRH Klinikum Region Hannover, Universitätsklinikum Augsburg, Klinikum Oldenburg AöR, der Universitätsmedizin Rostock, dem Spital Wetzikon/Schweiz oder dem Universitätshospital Aarhus/Dänemark.

Masterplan digitales Krankenhaus – eine Frage der Prozesse

Der „Masterplan Digitales Krankenhaus“ wird auf der med.Logistica in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST betrachtet. „Viele Untersuchungen zeigen, dass Deutschland in der Digitalisierung insgesamt, aber gerade auch in Bezug auf das Gesundheitswesen hinterherhinkt“, konstatiert Dr. Sven Meister, Abteilungsleiter Digitization in HealthCare des Fraunhofer-Instituts für Software- und Systemtechnik ISST. „Im Bereich digitaler Patientenakten ist Deutschland sogar zurückgefallen. Im europäischen Vergleich sind wir regelrecht abgehängt – nicht nur von Vorreitern wie den skandinavischen Ländern, sondern ebenso von baltischen Staaten wie Estland.“ Die Entscheidungsprozesse hierzulande seien zu langsam.

In Sachen Digitalisierung fehle oft der Masterplan, kritisiert Dr. Meister. „Es gibt keine Analyse, wo man steht und wohin man eigentlich will.“ Im Kongress der med.Logistica werde Fraunhofer ISST anhand zweier Beispielprojekte verschiedene Herangehensweisen zeigen: „Am Universitätshospital Aarhus arbeiten wir seit vier Jahren mit am volldigitalen Krankenhaus. Eine Million Patienten wird dort pro Jahr bei geringer Bettenzahl behandelt – eine logistische Meisterleistung“, berichtet Dr. Meister. Eine deutsche Perspektive werde ein aktuell laufendes Projekt mit dem Krankenhausverbund CLINOTEL vorstellen, der über 60 Krankenhäuser umfasst. „Hier erweist sich: Die Digitalisierung ist keine Angelegenheit der IT-Abteilung allein, sondern ein strategisches Thema. Die Transformation braucht Zeit.“

Die med.Logistica werde helfen, Verständnis für die Prozesse hinter der Digitalisierung zu vertiefen. „Erfolg oder Misserfolg bei der Digitalisierung lässt sich am Prozessmanagement festmachen“, so Dr. Meister. „Tradierte Prozesse müssen dafür aufgebrochen werden.“

Über die med.Logistica

Die med.Logistica, Internationaler Kongress und Fachmesse für Logistik und Prozessmanagement im Krankenhaus, wird am 5. und 6. Juni 2019 zum fünften Mal im Congress Center Leipzig veranstaltet. Sie richtet sich an Direktoren und Geschäftsführer von Krankenhäusern und Dienstleistungsgesellschaften, an Bereichs- und Abteilungsleiter für Logistik, Einkauf, Wirtschaft und Verwaltung, an OP-Manager, Leiter ZSVA, Pflegedirektoren und Krankenhausapotheker sowie an IT- und Technische Leiter. Ebenso werden Krankenhaus-Architekten und -Planer, aber auch Industrievertreter angesprochen. 2017 zog die Plattform für Healthcare-Logistik 900 Teilnehmer an. Insgesamt 80 Aussteller aus sieben Ländern zeigten in der begleitenden Industrieausstellung ihre Logistikprodukte und -dienstleistungen.


Ansprechpartner für die Presse

PR / Pressesprecher
Frau Ingrid Bednarsky
Telefon: +49 341 678 65 66
Fax: +49 341 678 65 12
E-Mail: i.bednarsky@leipziger-messe.de


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