Kongressvortrag

Patientenlogistik | Reorganisation der Patienten- und Warenlogistik in einer Klinik

Beschreibung

Aufgabenstellung

Bis Mitte 2018 wurde die gesamte interne Logistik in den Märkischen Kliniken durch klinikeigene Kräfte durchgeführt. Aus ökonomischen, fachlichen, strategischen und synergetischen Aspekten wurde die Entscheidung gefällt, die gesamte Waren- und Patientenlogistik an den konzerneigenen Dienstleister zu vergeben. Die damit verbundene Aufgabenstellung war und ist die Entwicklung von optimalen prozessualen und ressourcenorientierten Logistikabläufen. Dies ist in Verbindung mit der Herausforderung Beschäftigte aus zwei verschiedenen Unternehmen (Märkische Kliniken und Dienstleister) unter der Leitung des Dienstleister zusammen zu führen, zu sehen. Dabei sind die folgenden herausfordernde Aspekte im besonderen noch zu nennen: keine Definition von Service Levels sowieso eine nicht wirklich funktionierenden Transportsoftwarelösung.

Lösungsansatz / Ergebnisse

Da die Übernahme der Transportleistungen für die gesamten Waren- und Patientenbewegungen in den Kliniken ab 2018 durch die konzerneigene Dienstleistungstochter mehr als suboptimal verlaufen ist, blieb nur die Möglichkeit das gesamte Projekt noch einmal von Vorne aufzusetzen. Es fanden ab Oktober 2019 intensive Analysen durch ereignisgesteuerte Prozesskettenanalysen, Schnittstellenanalysen sowie Workshops zur genauen Prozessqualitäts- und bedarfsdefinition statt. Im Oktober 2020 wurde ein turn around beschlossen, der zu einer nochmal aktiv herbeigeführten Trennung der verschiedenen Transportarten führte. So werden ab November 2020 die Warentransporte von Klinikpersonal durchgeführt und die Patiententransporte vom Dienstleister. Dieses Projekt hat uns nochmal zeigt, dass es manchmal besser ist, nochmal bei Null zu starten als zu versuchen auf schlechten Prozessen und Konzepten aufzusetzen.

Nutzen

Der Nutzen des Projektes ist mit einer deutlichen Steigerung der ineinandergreifenden logistischen Prozesse unter deutlich besseren wirtschaftlichen und qualitativen logistischen Leistung zu sehen. So gehen wir davon aus, dass wir am Ende des Projektes etwa 15% der aktuellen Transportkosten pro Transport reduzieren können. Des Weiteren gehen wir davon aus, dass wir eine Steigerung der Transportzahlen von gut 20% erreichen werden und somit das medizinische Personal nochmal deutlich entlastet wird.

Referent:innen:

Tanja Engel
WIDI Wirtschaftsdienste Hellersen GmbH