BEST PRACTISE

AEMP-Logistik | Anbindung der AEMP an die Logistik

Beschreibung

Aufgabenstellung

Bisher waren AEMP und Logistik Einzelkämpfer und der Endanwender (z.B. OP) hatte immer mit zwei Kontaktpersonen zu sprechen, wenn etwas vermisst oder gesucht wurde. Die AEMP hatte keinerlei Rückinformationen über den Lieferstatus und kannte nur den Status „abgeholt“.

Ziel war eine lückenlose Dokumentation inkl. Verantwortungsübergang bei gleichzeitiger Vereinfachung der Prozessketten, die weitere Steigerung der Patientensicherheit und die Möglichkeit der Anbindung weiterer Standorte

Lösungsansatz / Ergebnisse

Der Aufbereitungsprozess in der AEMP dauert mind. 6 Std. und erfolgt auf Grundlage einer Softwarelösung, welche den ganzen Aufbereitungsprozess, wie auch das Instrumentenmanagement steuert und dokumentiert. Um einen reibungslosen und effizienten Sterilgut-Kreislauf sicherzustellen, konnten mittels bedarfsgerechter Aufbereitung und einer sog. dynamischen Priorisierung zum einen die Bedürfnisse des OP-Betriebs erfüllt werden, zum anderen aber hohe Investitionen in Instrumente vermieden werden.

Um einen effektiven und effizienten Aufbereitungsprozess zu gewährleisten, braucht die AEMP verschiedene Schnittstellen und informatische Unterstützung in der dynamischen Priorisierung der Aufbereitungsfolge. Dabei werden neben der Aufbereitung und dem Transport auch die Nutzer der aufbereiteten Medizinprodukte in den Gesamtprozess eingebunden. Der eigentliche Aufbereitungsprozess wird dabei möglichst verschwendungsarm und replizierbar ausgeführt, unterstützt mit Techniken aus dem „Lean-Management“ (tägliche Kurzbesprechungen, wo gemeinsam Prozesse, Qualität und Produktivität weiterentwickelt und an Fehlervermeidungsstrategien (Poka Yoke) gearbeitet wird. Die Nachlegereserve ist nach dem pull-gesteuerten Supermarktprinzip (Kanban) aufgebaut und ein eigener Lean-Manager AEMP sorgt für die Weiterentwicklung des Teams und der Prozesse.

Die AEMP ist direkt an das automatisierte Kleinteilelager (AKL) des Zentrallagers angebunden, was die Pufferung und das gemeinsame Kommissionieren verschiedenster Warengruppen zulässt. Mit den standardisierten Normbehältern der Logistik können ebenfalls sterile Medizinprodukte in Weich¬verpackungen mittels eigenentwickeltem Inlay, dem Lager- und Transportsystem für Sterilgüter (LTS), aufgenommen werden. Diese kleinteilige Transportform ermöglicht eine hohe Flexibilität in der Zustellung und die Kombination mit weiteren Produktgruppen. Dadurch wandelt sich die neue AEMP zu einem integralen Bestandteil einer standardisierten Spital-Vollversorgung.

Nutzen

Durch moderne und auf Effizienz getrimmte Prozesse trägt die neue AEMP zur weiteren Steigerung der Patientensicherheit bei und ermöglicht es, nebst dem Kernareal in der Stadt Zürich zusätzlich auch das ambulante Gesundheitszentrum des USZ am Flughafen Kloten mit Sterilgütern zu versorgen.

Das USZ verfolgt mit diesem Ausbau unter anderem das Ziel, die Supportleistungen für den universitären Spitalbetrieb im externen Logistik- und Servicezentrum zu bündeln und zu kombinieren. Dadurch wird die Konfigurationsfähigkeit verschiedener Produktegruppen ausgebaut und eine zunehmend behandlungsorientierte Bereitstellung ermöglicht.

Dieser neu definierte Versorgungskreislauf sorgt für eine nachhaltige Verbesserung der Qualität der Versorgung von OPs, Bereichen und Nutzern und gleichzeitig für eine Reduktion der Produktionskosten je Sterilguteinheit.

Referent:innen:

Patrick Benz
Universitätsspital Zürich