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OP-Logistik | Leistungsdichtefaktor operativer Fachabteilungen (LDF-OPF): eine neue Kennzahl für den OP

Beschreibung

Aufgabenstellung

Die Leistungsbewertung einer operativen Fachabteilung im Krankenhaus bemisst sich aus Sicht des klassischen OP-Managements an Kennzahlen, die unter anderem die Auslastung eines OP-Saals, die OP-Zahl und Prozesszeiten wie morgendliche Pünktlichkeit, Wechselzeiten zwischen den Operationen und deren Aufschlüsselung nach Verantwortlichkeiten jeweiliger Teilprozesse berücksichtigen. Die fachabteilungsspezifische Bewertung der erbrachten Leistung anhand von Kostenstellen konterkariert den im DRG-System angelegten Effizienzgedanken, zumindest solange diese die sehr häufig die Fachabteilungen übergreifenden Prozesse weitestgehend ausblendet. Eine neue Kennzahl, der Leistungsdichtefaktor operativer Fachabteilungen, kurz LDF-OPF, soll das OP-Management im Gesamtprozess der Leistungserbringung im Krankenhaus verorten. Sie stellt einen Indikator für Wirtschaftlichkeit und Behandlungsqualität innerhalb der operativen Medizin dar.

Lösungsansatz / Ergebnisse

Zur Entwicklung des Leistungsdichtefaktors wurden folgende Festlegungen getroffen: 1. Der Grund für die Aufnahme eines Patienten in ein operatives Fach ist das Fach selbst. Alle Erlöse und Liegedauern werden der operativen Fachabteilung zugeordnet. 2. Sekundärleistungen wie physikalische Medizin, Laborleistungen, oder auch intensivmedizinische Behandlungen sind für Patienten nicht entscheidungsrelevant. Hier erzielte Erlöse werden deshalb der primär leistungserbringenden operativen Abteilung zugerechnet. 3. Es werden nur solche Fälle berücksichtigt, die nur durch eine Fachabteilung operiert wurden. 4. Der LDF – OPF muss Änderungen über die Zeit abbilden können, um längerfristige Entwicklungen und Ergebnisse von Steuerung sichtbar zu machen. 5. Die erlös- und damit systemrelevanten Größen Menge, Dauer und Qualität der Versorgungsprozesse müssen beim LDF – OPF Berücksichtigung finden. 6. Mit dem LDF-OPF werden Auffälligkeiten in den Versorgungsprozessen transparent gemacht.

Nutzen

Die Verwendung des LDF – OPF als Index-Kennzahl ermöglicht sowohl die Entwicklung des Gesamthauses als auch die Entwicklung der LDF – OPFs einzelner Fachabteilungen vergleichend zu bestimmen. Durch die Indizierung wird die fachabteilungsspezifische, durch InEK festgelegte und durch den Leistungserbringer kaum beeinflussbare Gewichtung des einzelnen Faches hinsichtlich der in einer Zeiteinheit zu erreichenden Relativgewichte eliminiert. Mit dem LDF-OPF erhält das Krankenhaus differenzierte Leistungszahlen aus dem OP-Management, mit denen die Wirkung von Maßnahmen beispielsweise zur Prozessverbesserung überprüft, und strategische Entscheidungen vorbereitet und begründet werden können. Anhand der Leistungsdichte kann eine Diskussion über die Ressourcenallokation auf Basis von Zahlen des gesamten Behandlungsprozesses geführt werden. Durch die Nutzung des LDF – OPF als Indexzahl ist ein Vergleich der Effizienzentwicklung zwischen verschiedenen Fachabteilungen und Krankenhäusern möglich.

Referent:innen:

Prof. Dr. Patrick Friederich
München Klinik Bogenhausen