Kongressvortrag

Probentransport | Pilotprojekt "Drohnentransport von klinischen Gütern zwischen den Campus Virchow und Mitte der Charité

Beschreibung

Aufgabenstellung

Als Dienstleister für eine der führenden Einrichtungen der Spitzenmedizin in Europa ist die Charité CFM GmbH zur Innovation verpflichtet. Derzeit ist der Einsatz von Drohnen für den Warenverkehr eine vielbeachtete Lösung. Daher soll in einem Pilotprojekt mit unkritischen Arzneimitteln (nicht verschreibungspflichtige Fertigarzneimittel) und mit unproblematischer Wiederbeschaffung der Transport mittels Drohnen erprobt werden. Die Projektdauer für das Pilotprojekt ist mit insgesamt einem Jahr (18 Mon. Vorbereitungenund Genehmigungen, 6 Mon. Pilotbetrieb ab Jan. 2022) angesetzt. Das Pilotprojekt soll die folgenden Fragen beantworten:

1. Innovative Forschungsarbeit: Sind Drohnen eine Alternative für gängige Transportmittel. wie z.B. PKW oder Kleintransporter?

2. Serientauglichkeit: Eignen sich Drohnen für en Regelbetrieb von eiligen, kleinvolumigen klinischen Gütern?

3. Umweltschutz: Welchen Beitrag können Drohnen zum umweltfreundlichen, ressourcenschonenden Transport von klin. Güten leisten

Lösungsansatz / Ergebnisse

Der Drohnenflug wird im Pilotprojekt zwischen den Campus Virchow (CVK) und Mitte (CCM) stattfinden. Pro Campus wird ein zentraler Start- und Landepunkt für die Drohnen eingerichtet und gegen unbefugten Zugriff gesichert. Die Drohnen werden die Strecke mittels automatisch gesteuertem Flug entlang einer vorprogrammierten Route zurücklegen. Die Strecke befindet sich im sensiblen Umfeld der Regierungs- und Parlamentsgebäude. Die genaue Flugroute wurde mit der zuständigen Luftfahrtsbehörde abgestimmt und entsprechende Genehmigungen eingeholt. Die Drohnen navigieren mittels GPS und können genau geortet werden. Zahlreiche Trackingparameter werden für einen sicheren Flug kontinuierlich gemessen. Alle Systeme vom Antrieb über die Flugsteuerungscomputer und das Lokalisierungssystem bis zur Energieversorgung sind redundant aufgebaut. Entlang der Flugroute sind Notlandeplätze programmiert. Wetterdaten werden in Echtzeit abgefragt und mit den vordefinierten Parametern für einen Start abgeglichen.

Nutzen

Der Nutzen des Transports klinischer Güter wird insbesondere hinsichtlich der Verkürzung von Transportzeiten, Steigerung der Flexibilität und der Entlastung des Straßenverkehrs und somit des Umweltschutzes erwartet. Um diese Erwartungen quantifizierbar zu prüfen, werden die im Pilotprojekt gesammelten Daten und Informationen ausgewertet und nach folgenden Kriterien bewertet:

1. Umweltauswirkungen (Energieverbrauch und CO2-Äquivalente)

2. Transportqualität (qualitative Bewertung durch Apotheke und Warenempfänger, Analyse von Wartungsintervallen und Ausfallzeiten von Drohnen)

3. Wirtschaftlichkeit (quantitative Bewertung)

Dabei wird der Status-Quo dem vollständigen Roll-Out über alle Standorte und alle drohnengeegneten Güter gegenübergestellt. Der Probebetrieb liefert die Informationen für die Systemverfügbarkeit (Ladezeiten, technische Stabilität, Häuffigkeit wetterbedingter Startverbote, etc.) für den Roll-Out.

Referent:innen:

Stefan Braun
Charité CFM Facility Management GmbH
Tim Fischer
DiAvEn UG (haftungsbeschränkt)