Kongressvortrag

Lagerlogistik | Der KNAPP-Versorgungscampus revolutioniert die Tertiärversorgung in Krankenhäuser

Beschreibung

Aufgabenstellung

Medizin und Pflege bestimmen den Klinikalltag und sind Maßstab für eine optimale Patientenversorgung. Dahinter stehen viele Prozesse, die nahtlos ineinandergreifen müssen, damit die Leistungen qualitätsgesichert und trotzdem kostenbewußt erbracht werden. Für die Versorgung gilt: Einkaufspreise zum Beispiel für Medizinprodukte sind wichtig, -noch wichtiger sind jedoch die Kosten für Abläufe und Prozesse dahinter, die "die richtige Ware, zur richtigen Zeit an die richtige Stelle" bringen! Die logistischen Organisationsmittel sind bekannt und im Wirtschaftsgeschehen längst etabliert. Ihre Anwendung in den Versorgungsprozessen des Gesundheitswesens bietet neue Chancen. Die Bündelung unterschiedlichster Versorgungsfunktionen und deren Güter, die von einem Ort ausgehen und zielorientiert direkt zum Verbrauchs- bzw. Anwendungsort gelangen, bieten sowohl Vorteile für Stations- und Funktionsbereiche, wie auch für die administrativen Strukturen einer Klinik. Es entlastet die Mitarbeiter und schafft Ressourcen für die Primärprozesse rund um den Patienten.

Lösungsansatz / Ergebnisse

Im Mittelpunkt steht die Neugestaltung der tertiären Prozesse. Die Bedeutung für die umfassende Patientenversorgung wird häufig nicht ausreichend beachtet. Unzureichende Ressourcen führen oftmals zur Vernachlässigung z.B. von Küchen, Instrumentenaufbereitung, Beschaffungs- und Lagerstrukturen der Verbrauchsmaterialien und Arzneimitteln. Ausstattungs- und Organisationsmitteleinsatz bleiben hinter den Möglichkeiten zurück und verhindern die Professionalisierung der logistischen Prozesse. Der Versorgungscampus hingegen konzentriert die Leistungserbringung an einem Standort und nutzt dieselbe logistische Infrastruktur und Transportorganisation. Mitarbeiter können sich mit einer speziellen Kernkompetenz in der Wertschöpfungkette entwickeln. Sie erbringen Leistungen, die einen Preis besitzen und auch vermarktungsfähig sind. Eine Leistungserbringung für Dritte steigert die Effizienz. Im Versorgungscampus werden die Prozessschritte entkoppelt und neugestaltet. Es entstehen neue Möglichkeiten zur räumlichen Ausrichtung über mehrere Etagen. Es ergibt sich eine grundlegende raumoptimierte Neugestaltung und Anordnung einzelner Bereiche. Hierdurch ergeben sich Möglichkeiten für funktionsindividuelle, skalierbare Größenanpassungen, je nach Anforderungsgrad. Die Bereiche sind durch fördertechnische Anlagen miteinander und mit einem zentralen Speicherplatz (OSR Shuttle System) verbunden.

Nutzen

Einfach, flexibel, voll rückverfolgbar - auf diesen 3 Säulen beruht die Idee des KNAPP-Versorgungscampus. Die Dokumentation von Daten, z.B. die Chargenverfolgung in der Speisenversorgung oder bei den Medizinprodukten, ist ein automatisches Ergebnis der Prozessabläufe. Durch die zentrale Abwicklung der tertiären Versorgungsfunktionen werden die Prozesse schlanker und damit vereinfacht. Die Nutzung von gemeinsamen Ressourcen, wie etwa beim Fuhrpark, bei der technischen Ausstattung - bis hin zur intralogistischen Lösung- bietet erhebliche Synergien. Die Belieferung der einzelnen Klinik bzw. Gesundheitseinrichtung kann konzentriert erfolgen. Die Zahl der Anlieferungen an einen Zielstandort wird signifikant verringert und ist trotzdem bedarfsgerecht. Die in den Campus ausgelagerten Versorgungsfunktionen schaffen für die Primärprozesse, also für die medizinisch-pflegerischen Funktionen, zusätzliche und oft unbezahlbare Flächen. Der KNAPP-Versorgungscampus wird zum intelligenten logistischen Bindeglied zwischen den unterschiedlichen Anforderungen des Gesundheitswesens. Eine derartige Professionalisierung schafft letztlich auch für Patienten einen Mehrwert.

Referent:innen:

Michael Dohmann
ProServ Management GmbH
Markus Wetl
KNAPP AG
Hans J. Peglow
Med.Care Consulting GmbH