BEST PRACTISE

Bauplanung | Versorgungskonzept für die Erweiterung des Universitätsklinikums Ulm

Beschreibung

Aufgabenstellung

Die bestehende Klinik des UK Ulm am Oberen Eselsberg wird in den kommenden Jahren durch Neu- und Umbauten in mehreren Bauabschnitten erweitert, um eine Zentralisierung der heute im Stadtgebiet verteilten Klinikstandorte zu realisieren. Mit den verlagerten und umstrukturierten Funktionsbereichen sowie geänderten Konzepten für die Apotheken-, Speisen- und Abfalltransporte, ergeben sich umfangreiche Veränderungen der Materialströme zwischen dem Versorgungszentrum und den zukünftigen Klinikbereichen. Mit dem Ziel, ein zukunftsfähiges, resilientes Konzept für die Materialtransporte im Versorgungstunnel zu erarbeiten, sollten u.a. Automatisierungstechniken für die unterschiedlichen Transportaufgaben und die sich daraus ergebenden Anforderungen für eine nachfolgende Bauplanung festgelegt werden. Für die Bauphasen waren darüber hinaus Stufenkonzepte für die Umsetzung und die erforderlichen Interimsmaßnahmen gefragt.

Lösungsansatz / Ergebnisse

In diesem Vortrag werden zunächst die standortspezifischen Besonderheiten und Entscheidungskriterien für das ausgewählte Versorgungskonzept am UK Ulm aufgezeigt. Viele Krankenhäuser befinden sich heute in dem Spannungsfeld zwischen gewachsenen Strukturen mit räumlichen Restriktionen und den meist konträren Anforderungen eines modernen, (teil-)automatisierten und effizienten Logistikbetriebs. Entscheidend war hier deshalb zunächst die Ermittlung der maßgeblichen logistischen und wirtschaftlichen Treiber des neuen Systems. Darauf basierend werden die ausgearbeiteten Versorgungskonzepte gezeigt, die von der Erweiterung des AWT-Bestandssystems über eine Hybridlösung mit fahrerlosen Transportfahrzeugen (FTF) bis zu einer Komplettablösung der Bestandsanlage durch ein FTF-System reichen sowie die Auswahl des Lösungskonzepts präsentiert. Das vorgestellte Ergebnis ist ein Anforderungskatalog für die Bauplanung und ein Beitrag zur Beschlussvorlage für die Investitionsentscheidung.

Nutzen

Der Vortrag bietet dem Publikum einen Einblick in die komplexe Entscheidungsfindung für eine Problemstellung, mit der heute viele große und kleine Krankenhäuser konfrontiert werden. Welche Funktionsbereiche müssen oder können verlegt werden, wo ist der Bestandserhalt aufgrund früherer Investitionen vorgegeben und welchen Einfluss hat all das auf die Investitionsentscheidung für ein automatisiertes Versorgungskonzept und auf die Bauplanung? Unter anderem diese Fragen werden anhand des Praxisfalls beantwortet und können so dem Publikum und Verantwortlichen anderer Krankenhäuser wertvolle Hinweise und Ideen sowohl für Umbau- und Erweiterung-, als auch für Neubauprojekte liefern.

Referent:innen:

Doris Göppel
Universitätsklinikum Ulm
Christian Rauch
Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik